dipb-Kopf-rot-1050
Barrierefreiheit im
Personen-Nahverkehr
Wien-Strassenbahn2-250

Informationsmaterial zum barrierfreien ÖPNV gibt es hier.

Bahnhof_Weil_der_Stadt-250

Aufzug mit Rampe, niveaugleich zum Zug: S-Bahnhof Weil der Stadt

Hannover_Tramway-250
Wien_Niederflurbahn_(Siemens)-250

Bildnachweis:
Siemens Pressebild (3) , UITP (5)

Zugängliche Mobilität für alle

In der Europäischen Union leben fast 40 Millionen Menschen mit Behinderungen, also rund zehn Prozent der Bevölkerung. Neben den Menschen mit chronischen Behinderungen gibt es auch viele andere Bürger, die vorübergehend oder dauerhaft in ihrer Mobilität oder in ihrer Sinneswahrnehmung eingeschränkt sind: Tatsächlich sind so im Durchschnitt stets 25% der Bürger behindert. Zudem nimmt der Anteil älterer Menschen ständig zu.

Deshalb arbeitet auch der DIPB eng mit den regionalen Nahverkehrsbetrieben, der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) und den Verkehrsverbünden (VVS u.a.) zusammen.

UITP: Der öffentliche Verkehr ist das beste Mittel
zur Bekämpfung sozialer Ausgrenzung

Wir zitieren hier das offizielle Positionspapier der UITP, des Internationalen Verbands für öffentliches Verkehrswesen, aus dem Jahr 2001. Die UITP zählt mehr als 2000 Mitglieder in 80 Ländern der ganzen Welt und vertritt die Interessen der wichtigsten Akteure in diesem Sektor. Ihre Mitgliederschaft setzt sich aus Verkehrsbehörden und -verbünden, aus privaten und öffentlichen Verkehrsbetrieben aller Verkehrsarten des ÖPNV sowie aus der Industrie zusammen.

Die UITP bekräftigt erneut, dass der öffentliche Verkehr das beste Mittel zur Bekämpfung sozialer Ausgrenzung darstellt.

Vollzugang zu den Fahrzeugen des öffentlichen Verkehrs erfordert stufen- und spaltlose Einstiegsmöglichkeiten zwischen Plattform und Fahrzeugschwelle und daher streng kontrollierte Schnittstellen zwischen Infrastrukturbetreibern und Fahrzeugherstellern.
 

Die UITP stimmt mit der Sichtweise des europäischen Richtlinienvorschlags voll überein, wonach alle Strassenfahrzeuge (Linienbusse) für Personen mit eingeschränkter Mobilität, inklusive Rollstuhlfahrer, zugänglich sein müssen.

Die UITP vertritt die Ansicht, dass der öffentliche Verkehr dazu verpflichtet ist, den Zugang zu Mobilität für die gesamte Bevölkerung zu verbessern. Die einzuleitenden Aktionen betreffen die technische, organisationelle und die betriebliche Ebene. Daher empfiehlt die UITP:

In städtischen Gebieten sollten generell stufen- und spaltlose Einstiegsmöglichkeiten bestehen. Die lokalen Behörden und Betreiber sollten hier einige Anstrengungen unternehmen.

Die Infrastruktur sollte entsprechend solcher Einstiegserleichterungen modifiziert werden, entweder indem vorhandene hohe Plattformen zugänglich gemacht werden oder aber durch die Einrichtung von Plattformen auf Strassenniveau, so dass der Nutzen der Niederflurfahrzeuge maximiert wird. Hierfür sind in erster Linie die lokalen Behörden zuständig, wobei allerdings eine enge Zusammenarbeit mit den Fahrzeugherstellern und den lokalen Betreibern unerlässlich ist.

Der allgemeine Zugang zu den Fahrzeugen des öffentlichen Personennahverkehrs ist ein gemeinsames strategisches Ziel, während die betrieblichen und taktischen Fragen auf lokaler Ebene gemäss den lokalen Randbedingungen entschieden werden sollten: hohe oder niedrige Plattform, Neigevorrichtungen, Niederflur, Rollstuhlrampe, Aufzug, etc.

Garantierter Zugang für Rollstuhlfahrer

Der Zugang von Rollstuhlfahrern zur U-Bahn ist sicherzustellen, sofern die Sicherheit der Rollstuhlfahrer und anderer Fahrgäste auch in Notfällen gewährleistet werden kann.

Der Betrieb einer manuellen Rampe erfordert noch einige rechtliche Klärungen bezüglich der Verantwortlichkeit, vor allem im arbeitsrechtlichen Bereich sowie hinsichtlich des sozialen Dialogs auf sektorieller Ebene.

Damit die Fahrzeugherstellung effektiver, preisgünstiger und in der Gestaltung leichter wird, sollten lokale Behörden, Betreiber und Fahrzeughersteller sich auf eine Standardisierung der Rollstuhldimensionen und Festschnallvorrichtungen zu Transportzwecken einigen. Der Verband der Rollstuhlbenutzer und Rollstuhlhersteller wird aufgefordert, die bestehenden ISO Standards anzunehmen.